Lang waren die Stunden, endlos die Tage, schlaflos die Nächte. Ja ich weiß, meine Leserschaft habe ich viel zu lange auf Entzug gesetzt. Leid tut es mir natürlich nicht, denn sonst würde ich nicht in diese offene Wunde stoßen. Den kalten Entzug habe ich aufgetischt, beinahe schien er überstanden und dann schlage ich doch zurück. Das wirft natürlich alles um. Aber egal...
Nun, was gibt es zu berichten? Nicht viel eigentlich, also wie immer. Am Mittwoch holte ich mir einen Sonnenbrand ab. Wir waren den ganzen Tag grillen und natürlich schmierte ich mein Gesicht nicht ein und am nächsten Tag errötete ich, nicht vor Scham allerdings. Das Grillen an sich war eigentlich recht langweilig. War einfach nichts besonderes. Es war... warm. Es gab kaum Abwechslung. Und wir waren von jeder Zivilisation abgeschnitten. Natürlich wurden wir zu einem Grillplatz geschickt, von dem man nicht fliehen konnte, ohne kilometerweit in sengender Hitze zurück zu laufen. Die meisten sind zwar dämlich und denen wäre es wirklich zuzutrauen, aber die sind alle auch noch faul. Also floh niemand. Was eben auch die Intention der Wärter gewesen zu sein schien... Es gibt sogar das ein oder andere nette Foto. Vielleicht kann ich eins auftreiben und rein stellen. Ein Gruppenfoto der Häftlinge gab es am Ende auch. Es wurde nur "Gruppenfoto" geschrien und einer meiner neuen Compagnons kam wie wild auf mich zu und schrie: "Huckepack?!" Natürlich bejahte ich diese Antwort und er sprang auf meinen Rücken. Wie das oft bei Gruppenfotos so ist, dauert es ewig bis alle stehen. Dann müssen noch zig Kleinigkeiten geregelt werden, dann passen doch nicht alle aufs Foto, dann muss man noch eine Bank holen damit sich die kleinen da drauf stellen können und so vergeht die Zeit. So vergeht die Zeit mit einem +70kg Menschen auf dem Rücken den man über die gesamte Zeit natürlich nicht runter lässt, sondern eiskalt darauf wartet, dass dieses verdammte Foto endlich gemacht wird. Na ja, ich hielt es glücklicherweise aus. Sogar ohne bleibende Schäden. Nun ja, das wars vom Grillen am Mittwoch.
Am Donnerstag war Feiertag. Feiertage sind immer öde und ätzend, also dachte ich mir, warum wartest du nicht darauf, von Bella mit an den Rhein genommen zu werden? Das tat ich dann auch. Und schließlich fragte sie mich auch, ob ich mit ihr an den Rhein will. Natürlich bejahte ich dies brav und ging rasch duschen. Im Endeffekt ist weder sie, noch ich gegangen. Scheiterte irgendwie an Lust, Faulheit und mysteriösen Mächten. Aber immerhin war ich danach geduscht, also war es nicht ganz umsonst.
Freitag fuhr ich zu meinem Vater. Davor aber wollte ich in die Stadt etwas essen gehen. Also dachte ich mir, warum fragst du nicht Bella, ob sie mit will? Natürlich bejahte sie dies und ich packte meine Tasche für die Fahrt noch rasch. Im Endeffekt ist sie aber nicht mitgegangen, ich hatte aber trotzdem Hunger und zehrte dann alleine. Es scheiterte mal wieder an diesen mysteriösen Mächten... Ich hasse sie. Gut, nachdem ich gegessen hatte, fuhr ich los. Im Zug unterhielt mich Bella mit diversen Textnachrichten die sich hinterher als Flirt herausstellen. Das wurde jedenfalls so gesehen, zwar nicht von mir oder von ihr, aber diese Mächte schon wieder... schlimm. Na ja, das war der Tag...
Am Samstag dann schlug ich mal wieder zurück. Ich verbrachte den Tag mit vielen Formen des Schlagens, beim Tischtennis oder Federball zum Beispiel. Am Abend, nachdem gegrillt wurde, ging ich noch mal heraus in den Garten um bei Dämmerung Badminton zu spielen. Herrlich, es gibt nichts wundervolleres als das. Na ja, wenn man mich nicht dabei hat jedenfalls. Denn mir gelang das Kunststück den Schläger über den Gartenzaun zu befördern. Tja, wie ich das wohl wieder geschafft habe. Ich habe die mysteriösen Mächte in Verdacht, aber tippe auf Blödheit meinerseits. Na ja, hier der Lagebericht. Ein frappant schlechter Badminton-Spieler steht mir gegenüber. Er schlägt den Ball absolut grauenhaft. Er landet jenseits von gut und böse. Ich, ich alter Held, versuche natürlich diesen scheinbar verloren geglaubten Ball noch zu retten. Nachdem ich realisierte, dass ich es nicht schaffen kann ihn zu erreichen, traf ich die einzig richtige Entscheidung: den Schläger nach dem Ball zu werfen. Dummerweise warf ich den Schläger so, dass er auf dem Boden aufprallte, aber wie ein Flummi vom Gras wieder hinauf schoss, um schlussendlich den Gartenzaun mit perfekten Salti zu überspringen. Die Haltungsnoten waren durchaus gut, aber mein Schläger war weg. Na ja, dumm gelaufen.
Am nächsten Tag dann ging ich brav rüber, klingelte bei den Nachbarn und diese waren verwundert.
"Hallo! Mein Federball-Schläger ist bei Ihnen im Garten gelandet... könnte ich ihn wieder bekommen?" -> "Sie meinen der Ball ist über den Zaun geflogen..." -> "Nein, ich meine meinen Schläger!"
Diese Leute haben scheinbar noch nicht so häufig erlebt, dass Schläger in ihren Garten fliegen. Na ja, irgendwann ist auch für Rentner das erste Mal.
Mehr habe ich nicht zu erzählen.
Bis dann,
Brainpain

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